Hauptsache Titten

Wir leben in einer emanzipierten Welt – naja fast. Mittlerweile hat es ja die Schulentwicklung dick und fett auf ihrer Fahne stehen, dass Jungen und Mädchen bzw. Frauen und Männer unterschiedlich sind. Hätte sich jetzt zwar keiner gedacht, aber ok – Bildungspolitik war schon immer etwas langsamer.  Das wussten die Menschen  Männer des Mittelalters bereits, denn Frauen waren ja per se böse. Schließlich hatten wir die Herren der Schöpfung aus dem Paradies vertrieben – aber irgendwie müssen wir ja unseren Vitaminhausahlt in den Griff bekommen. Jahrhunderte und einige Hexenprozesse später, haben die ganzen Altemanzen einen Sieg errungen, denn mittlerweile sind Frauen ein anerkanntes Geschlecht, auf das ständig hingewiesen werden muss. Sei es durch das Gendern der Sprache, Frauenquoten in Führungsetagen oder blöde Blicke für junge Mütter.

Da ich an einer Uni studierte, an der die Frauenquote hoch und der Emanzipationsfaktor noch höher ist, treibt das bisweilen lustige Blüten. Nicht nur, dass unsere Abschlussarbeitstitel gegendert werden müssen, nein, auch wird auch jedes Jahr eine Genderwoche zelebriert. Seminare, die an anderen Unis auch vorhanden sind, werden gegendert. Da gibt es dann spezielle Sitzungen zu: Mädchen in der Welt der Differenzialtechnung oder der Bestäubung von Blumen durch Drohnen (also männliche Bienen und keine Kampfflugzeuge). Doch mir stößt etwas auf, das sich nicht so einfach weggendern lässt.

Wieso dürfen denn nur Frauen pädagogisch aktiv sein, ebenso nur ausgewiesen heterosexuelle Männer? Warum werden bekennend homosexuelle Studenten derartig blöd von der Seite angemacht? Wie sollen Kindern heteronormative Weltbilder überschreiten, wenn nur in zwei Kategorien gedacht wird. Männer sind ok, wenn sie bitteschön die feminisierten Geschlechternormativitäten durch die Gegend tragen und Frauen sind toll, wenn sie die Norm langer Haare, gefeilter Nägel und rasierter Beine brechen? Aber bitte alles schön in heterosexuell. Denn egal wie tolerant man sich gibt, homosexuelle Grundschullehrer haben immer noch irgendwo den Pädoanstrich – gleichzeitig wird die Genderei mit einer Vehemenz betrieben, dass es einem einfach nur die grüne Galle hochtreibt. Die gegenderte Sprache soll immer weiter vorangetrieben werden, doch man vergisst oft allzu sehr, dass Jungs so keinen Bock auf Lesen haben. Man/ oder Frau verdrängt, dass es auch in ihren Klassen Kinder gibt, die gerne dem anderen Geschlecht angehören würden, es aber biologisch gesehen nicht können. Doch davor wird konsequent die Augen verschlossen und sich Erbsen in den Gehörgang geschoben.

Feminisierung ist genauso unsinnig, wie die vehemente Dominanz von Männlichkeitsidealen. So lange Homosexualität noch so offen als Makel angesehen wird, so lange Transgender Angst haben müssen, ausgeschlossen zu werden. So lange ist nicht alles toll und gendergerecht. Denn eins haben die vielen Altemanzen vergessen – nicht das was zwischen den Beinen baumelt diskriminiert, sondern die Gesellschaft. Und wenn diese nicht langsam lernt, mit ihren Unterschieden klarzukommen, dann bleibt es dasselbe Genderdikatat – nur diesmal nicht in blau, sondern in rosa.

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