Und so saßen wir nach einem ereignisreichen Sommer wieder in der Bräuteschule, die Wand mit der Tafel anstarrend und wartend. Meine Freundin nahm meine Hand, fragte, ob ich mich verlobt hatte und grinste. Sie und ich, die die Ehe so sehnlich erwarteten wie eine Darmspiegelung. So saßen wir und grinsten. Bis es rief: “Darauf muss ich nicht mehr warten.” 

Sie hatte es getan, sie wurde gefragt und sie hatte “ja” gesagt. Wie es sich für eine brave Deutsche Frau gehört vor dem Reichstag von ihrem braven deutschen Mann. Und wie es einst Mann beschrieb, prangte es in unseren Gedanken – groß, blinkend und orange. Ein Kniefall vor der Geliebten in vollster Romantik der grellen Stimme des Vox Populi gepaart mit Englischem Rasen. Die tiefempfundene Romantik der vollen Ergebenheit. So kniet der Michel wie einst, keinen Schmiss mehr, aber dafür die anderen untertägigst ergebenen Insignien. 

Oh Michel, du bist noch immer deutscher als wir. Und im Herzen tragen wir nun, dass Wilhelm nie gestorben war, sondern in den Spermien seiner treuesten Untertanen weitergeschossen wurde. Viva Germania!

 

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