Das Bild der Frau im Spiegel des goldenen Blattes

Jedes Mal, wenn ich mein Auto tanke, sehe ich diese seltsamen Blättchen, die meine Oma einst gelesen hat und sie machen mich so gar nicht an. Jedes Mal, wenn ich die BILD der Frau sehe, wundere ich mich über die Titelseite. Denn jedes Mal gibt es eine neue Knallerdiät mit sehr grotesken Formen, wie man das eigene Körperfett zum völligen Suizid treiben kann. Da soll man ein Mal nur Orangensaft trinken, kein Weißbrot mehr essen und Kirschkerne schlucken, dann ein anderes Mal nur grünes Gemüse essen, auf braunen Zucker verzichten oder vor dem Essen einen halben Liter selbstgepressten Sauerkrautsaft trinken. What the fuck?

Innerhalb von 52 Wochen Jahr werden einem auch pro Woche neue, tolle Diäten angeboten. Ich frage mich, welche Ernährungsexperten das alles zusammenstellen? Eigentlich könnte ich auch Diätenerfinder werden, denn der Tipp abwechselnd Linsen, Gemüse und Sauerkraut zu konsumieren, führt auch zur Gewichtsreduktion. Wobei der Bewegungsmangel auch gegeben ist, denn die Damen kommen dann nicht mehr vom Klo. Oder ich entwickle eine Fett-Spar-Tabelle und zwinge Hausfrauen dazu, ohne Fett zu kochen und zu backen…

… und wie sehen dann diese Bild-der-Frau- Leserinnen aus? Meine Mom, die genau in diesem Alter ist, amüsiert sich immer beim Einkaufen darüber, denn diese Damen sind oft das Doppelte von ihr und heulen rum, dass sie zunehmen würden. Als mir eine Freundin diesen Artikel zu schreiben vorschlug, saß meine Mom amüsiert da und rührte in ihrem Kaffee herum. Sie meinte dann, wenn man abnehmen wolle in ihrem Alter, solle man einfach nicht nach jedem erledigten Kleckerle von Hausarbeit eine halbe Torte essen und sich aufs Sofa stracken. Ich sehe es ähnlich: Man kann so viel essen, wie man möchte, sollte aber darauf achten, was es ist. So lange es gesund ist und man mehr Kalorien abhibbelt, als aufnimmt, passt es.

Auch sollte man eine gewisse Intoleranz gegenüber dem Gevesper anderer haben. Mir ist es egal, wenn jemand vor mir zwei Tafeln Schokolade verdrückt, denn ich habe nie das Bedürfnis mitzufuttern. Ich finde es da lustig, wenn jemand dann meint, er müsse sich, weil er andere essen gesehen hat, auch dasselbe kaufen und genauso vermampfen. Ja, ich kann leicht reden, denn ich vertrage eine Menge Dinge nicht, aber es war für mich auch hart, alle um mich rum Kuchen essen zu sehen und selbst an einer Brezel rumzunagen.

Wenn man das eigene Essverhalten etwas reflektiert – vorausgesetzt man ist nicht krank – dann braucht man auch keine Pflaumensaft-Kohlsuppen-Ziegenkäsediät, sondern kann alles essen, ohne dann den Jojo-Effekt volles Brett abzubekommen. Und der Springerverlag würde auch etwas abnehmen an Einnahmen. So wäre jedem gedient und die Gewichtsreduktion im Zeitschriftenregal wäre auch sinnvoll. Immerhin hätten dann gute Magazine wieder mehr Platz.

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