Fuck EU… das war ein Fail Frau Nuland…

Ja, wir Europäer sind nicht immer das, was die Amis so ganz toll finden. Vor allem scheinen wir ihnen zu wenig aus der Hüfte zu schießen und unsere EU ist dann auch noch zu multidimensional. Wir, die ihre 28 Mitgliedsstaaten, aufgrund unterschiedlichster gewachsener Strukturen, politischer Traditionen und sozialen Bedingungen, nicht auf die Kette bekommen, im Gegensatz zu den USA mit ein paar fünfzig. Ständig diese neuen Unruhen und immer dieses politische Austarieren. 

Frau Nuland musste deswegen doch nicht gleich in einem Telefonat mit dem Diplomaten Geoffrey Pyatt, das ganz zufällig ins Netz gelangte, behaupten, man könne auf die EU scheißen. Bezogen war dies auf die Situation in der Ukraine und der Tatsache, dass Klitschko das Amt des stellvertretenden Ministerpräsidenten der Ukraine anstrebt. So wird sie in der Süddeutschen wie folgt zitiert: “Die Klitschko-Sache ist offenkundig das komplizierte Elektron hier”. Statt das Amt anzutreten solle der Boxweltmeister doch lieber seine Hausaufgaben machen. Harte Worte, die von einem europäischen Staatsoberhaupt gegenüber den USA ein handfestes außenpolitisches Theater ausgelöst hätten. Und auch diese Aussage ist nicht zu unterschätzen, denn sie beinhaltet eine Menge Sprengstoff, nicht zuletzt auch solchen der Sorte, die sich aus fehlendem Strukturwissen zusammensetzt.

Was haben wir: Wir haben einen Staat, die Ukraine, die seit Jahrhunderten immer wieder zerteilt wurde und abwechselnd in Teilen zum Habsburger Reich, Polen und schließlich zur UdSSR gehörte, gebeutelt vom Zweiten Weltkrieg, der Sowjetherrschaft und nicht zuletzt Tschernobyl, die den Staat immer wieder in Kriesen stürzten. 1991 die Unabhängigkeit, 2004 die Orangene Revolution und nun ein Präsidentschaftswahlkampf, der hochbrisant ist, denn es geht nicht nur um Macht- und Kräfteverhältnisse, es geht um die Identität einer jungen Nation. Wohl eines der politisch sensibelsten und auch mit sehr viel Zündstoff beladenen Themen. Denn es geht um eine Kursfrage. Die Ukraine bewegt sich zwischen zwei Polen – dem pro-russischen und dem pro-europäischen. Zwei politische Welten treffen aufeinander: Zum einen eine neue, ökonomisch sicher reizvolle und eine traditionsverhaftete.

Und genau in solch eine Situation grätscht Frau Nuland. Mit gewohnt amerikanischer Sensibilität, hauen sie Klopper raus, die bei einem europäischen Politiker seine Karriere als Hinterbänkler einläuten würde. 

Ich bin gespannt, wie es weitergeht – ganz abseits von den bunten, bejubelten Spielen in Sotschi…

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