Die Welt in hellblau und gekachelt

Ich hasse Schwimmbäder und das schon seit meiner Kindheit. Nachdem ich ein traumatisches Erlebnis im Alter von Vier hatte, bei dem ich beinahe ersoffen wäre, mag ich diese kollektiven Schwimmcontainer nicht. Massenweise Renter, adipöse Frauen in neonfarbenen Badeanzügen und kleine Mädels beim Tittencontest.

Da ich aber nun vom Arzt zum Schwimmen geschickt werde, tat ich mir den allabendlichen Rentnerslalom an.

Erste Bahn: Ich schwimme – kaum zu glauben, ich stoße mich ab und stoße an Frauenfüße. Eine eben jener neonfarbenen Damen pflügt in Zeitlupe ihre Bahnen und motzt mich an. Weiter gehts, Bahn zwei: Älterer Herr, der langsam und gemächlich vor sich hinpaddelt. Bahn drei und vier, ohne besondere Vorkommnisse. Bahn fünf: Ein alternder Casanova meint, er müsse die Botoxfresse Lady an seiner Seite durch athletisches Bahnenziehen beeindrucken. Ich fliehe in die Mitte des Beckens, er glaubt, er müsse Zeiten brechen. Gemeinsam mit einem jungen Mann ziehe ich weitere Bahnen. Er war wie ich nicht an sozialen Kontakten im Chlortempel interessiert. Bahn neun: Ich pausiere kurz. Plötzlich steht ein Typ da.

“Hallo, interessante Technik! Ich werde mal Sportlehrer sein”.

Ich denke mir wahnsinnig spannend. Sowas hatte ich in den letzten Jahren haufenweise an der Backe. Nach einem Gespräch über den Sinn und Unsinn von Sportpädagogik, zog ich weiter. Keine weiteren Vorkommnisse, aber eins weiß ich: Schwimmbäder und ich… wir werden niemals Freunde. Nie!

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