Barbie und ich

Ich war eines der Kinder, die keine Barbie bekamen, weil meine Mom – ganz Alt68erin fand, dass diese Puppen mir als Mädchen ein verzerrtes Selbstbild verleihen würden. Ich sah das natürlich nicht so. Ich fand es super, Barbies Kleider zu schneidern und sie als eine Art Miniaturschneiderpuppe zu nutzen, tief in mir mit dem Ziel, ein Mal eine große Modedesignerin zu werden. Nun, da ich besser mit Wörtern, als mit Stoffen jonglieren kann, und auch ein Stück weit meiner Erziehung und meiner Sozialisation geschuldet, denke ich etwas anders über Barbies. Wenn ich sehe, wie viele meiner Freundinnen und Bekannten besessen davon sind, einen möglichst kleinen Arsch und möglichst große Hupen zu haben, dann muss ich grinsen. Ja, ich trainiere auch wieder, weil ich meine Rückenmuskeln stärken muss, nicht, weil ich 10 oder 15 Kilo weniger wiegen will. Trotzdem kommen mir oft Mädels in meinem Alter oder jünger entgegen, denen man genau jene Motivation abspürt.

Gleichzeitig frage ich mich, warum sich ein derart ungesundes und hypersexualisiertes Bild überhaupt halten konnte. Barbies Brustkorb würde sie wahrscheinlich vorn überkippen lassen, ihre Hüfte würde unter dem Gewicht der Brüste zusammensacken und die Wirbelsäule hielte es auch nicht wirklich aus.

Genau deswegen freute es mich sehr, als ich über PinkStinks auf Lammily stieß, eine normal proportionierte Puppe, die von Nickolay Lamm entwickelt wurde. Gerade nur in den USA erhältlich und noch recht teuer, finde ich es doch eine tolle Idee.

Schaut es euch mal an: http://nickolaylamm.com/ und https://www.lammily.com/average-is-beautiful

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3 thoughts on “Barbie und ich

  1. Aber ob diese Ideale der Barbiepuppe geschuldet sind? Ich z.B. hatte eine und hab gerne Kopf, Arme und Beine ab- und anmontiert. Ich mochte immer schon mehr auseinander- und zusammenbauen als an- und ausziehen. Kleider fand und finde ich langweilig (ich zieh mich immer ziemlich random an, Hauptsache bequem). Meine größere Tochter hatte auch eine (die kleinere hat sich nie dafür interessiert) und was ist dabei rausgekommen? The lady is a Punk -> stilistisch SEEEHR bedacht, aber in eine komplett konträre Richtung 🙂 – rosa ist pöööhse, der Rest zielt mehr auf Provokation als auf Attraktion…
    Will meinen: da gehören noch wesentlich mehr Sozialisationsfaktoren dazu, um lebende Barbies zu produzieren.
    Sonst wäre ja auch folgendes fatal: http://i.ebayimg.com/00/s/MTAyNFg3Njg=/z/ecIAAOxywh1TDLP0/$_72.JPG 😀

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