Das Ornament der Fleischmasse

Hätte es in der Weimarer Republik schon das SWR3-Kollektivgrillen gegeben, hätte Walter Benjamin sein Spitzenwerk “das Ornament der Fleischmasse” genannt!

Genau diesen Gedanken hatte ich, als ich sah, dass sämtliche Nachbarn im Vollpiss auf der Terasse sitzen und grillen. Überall riecht es gleich und ich kämpfe meinen einsamen Kampf mit Statistik und Bildungssozio. Irgendwie kommt mir der Gedanke, dass Bildung einsam macht, wenn man darüber hin und her philosophiert. Ich stehe gerade mit beiden Beinen in einer seltsamen Phase meines Lebens und freue mich, dass ich wieder mein Hirn anstrengen kann. Blöderweise komme ich dann auf jene Gedanken.

Ich frage mich ernsthaft, was daran so cool ist, in Gemeinschaft, Fleisch zu grillen, Gemüse zu schnibbeln und dabei dem Lafer im Radio beim Erzählen zuzuhören. Währenddessen am Bierchen zu nippen und sich dann seines Gekochten zu erfreuen. Kollektivismus? Pseudoindividualismus? Werden wir zum Volk der Kollektivgriller? Ich guck jetzt den Sherlock, der mich an Dr. Sheldon Cooper erinnert.

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